Katrin Michel: „Meditationen für Mamas“
Meditieren lernen mit einem Baby oder Kleinkind zuhause? Was eigentlich nur schwer zusammen denkbar ist – Katrin Michel hat ein Buch darüber geschrieben. Denn die Frau ist schließlich vom Fach – sie propagiert eine tolerante und alltagstaugliche Meditationspraxis und gibt nützliche Tipps. Andrea Helten hat „Meditationen für Mamas“ für uns gelesen.
Mal ehrlich: Wer denkt als frischgebackene Mama schon an die eigene Me-Time? Wo soll die Zeit fürs Meditieren herkommen, die im Alltag mit kleinen Kindern schon für Kochen, Aufräumen, Trösten und Sandburgen bauen draufgeht? Nach der Lektüre von Katrin Michels Buch „Meditationen für Mamas. Wie Entspannung im Alltag gelingt – auch ohne Zeit und Ruhe“ haben wir keine Ausrede mehr!
Katrin Michel weiß, wovon sie spricht. Sie ist Prenatal-Yogalehrerin, Meditationscoach und gibt Hypnobirthing-Kurse in ihrer Heimatstadt Hamburg. Dort ist sie auch Teil des großartigen Netzwerkes „Gebärmütter“, das die ein oder andere sicherlich schon via Instagram kennt. Katrin arbeitet also mit Schwangeren und war während des Schaffensprozesses zum Buch mit ihrem dritten Kind schwanger.
Endlich ein Praxis-Buch über Meditation, dass seinem Namen alle Ehre macht
Der erste Blick ins Buch überzeugt bereits: Es ist ansprechend gestaltet, mit dezenter Ornamente-Grafik und klarer Aufteilung der Kapitel. Diese sind kurz und knapp gehalten und fokussieren sich aufs Wesentliche. Das Buch teilt sich in zwei Parts – im ersten holt Katrin Michel jede achtsamkeitsinteressierte Mama da ab, wo sie sich gerade befindet. Du denkst, Meditation muss immer im Sitzen geschehen? Nö, sagt Katrin und empfiehlt einmal, in der U-Bahn die Augen zu schließen. Dir schlafen immer die Füße ein? Auch hier gibt es Hilfestellung. Du bist der Ansicht, um zu meditieren, braucht es mindestens 30 Minuten (und da du diese Zeit nicht hast, fängst du gar nicht erst mit dem Meditieren an?!)? Katrins „Minimeditationen in a Box“ kommen auch schon mit drei Minuten aus.
Meditation leicht gemacht – Es gibt keine Ausreden mehr!
Im zweiten Part dann wird es konkret: Hier finden sich so schöne Meditationen wie „Das Mama-Schiff bist du – Meditation für deine Selbstliebe“ oder „Müde Mamas werden munter – Meditation bei schlaflosen Nächten“. Sehr gelungen finde ich nicht nur die Meditationsanleitungen an sich, sondern auch die Infos, die Katrin Michel zusätzlich vermittelt. Neben der Wirkweise, der Dauer und eben der Kurzform „in a Box“ kommen auch Mamas zum jeweiligen Thema zu Wort. Ebenfalls hat sich die Autorin die Mühe gemacht, für die einzelnen Meditationen noch Expertenwissen einzuholen. So lesen wir, was laut der bekannten Bloggerin Anna Brachetti von @langsam.achtsam.echt in unseren Paarbeziehungen oft schief läuft (die Erwartungshaltung an den anderen). Resilienztrainerin Leandra Vogt erklärt, dass schon eine simple Umarmung (ja, hier umarmst du dich selbst!) uns zu mehr Resilienz verhelfen kann. Für die Kuschel-Massage „Katzenwäsche“ für Mamas und ihre Kinder durfte ich beschreiben, wie wundervoll achtsame Berührungen auch für Kids jenseits des Kleinkindalters sind.
Abgerundet wird „Meditationen für Mamas“ mit den Gratis-Downloads zum Anhören von drei Meditationen. Ein wirklich gelungenes Buch, in das müde Papas sicher auch einmal hineinschmökern sollten!