„Arbeitest du auch was Richtiges?“ Eine Fragen-Sammlung aus dem Kinderyoga
Wenn Kinder Fragen stellen, eröffnet sich uns ein Blick in ihr Seelenwerk und in ihre Herzen. Was sie umtreibt ist aufrecht, tiefgründig und durchaus pragmatisch. Unsere Redakteurin Maike Schößler hat sich in der Plus.Kinderyoga-Redaktion umgehört und die Community ge…ja ja ja – fragt, welche Fragen ihnen in ihren Kursen gestellt wurden und im Gedächtnis geblieben sind. Herausgekommen ist eine amüsante und herzerweichende Sammlung.
Fragen müssen raus. Sonst blubbern sie unter der Oberfläche und suchen sich merkwürdige Wege im Körper, wo sie sich verhaken können. Es gibt Fragen, die sich leichter stellen lassen, die herausplatzen und dringend einer Antwort bedürfen. Fragen, die aus dem Zusammenhang heraus passieren und mit denen der Befragte so nicht rechnet. Es gibt offene, geschlossene und rhetorische Fragen. Und es gibt Fragen, die gedreht und gewendet, verworfen und wieder hervorgeholt werden und nur auf den richtigen Zeitpunkt warten, gestellt zu werden.
Beim Kinderyoga gibt es im besten Fall viel Raum und Zeit für Fragen. Wobei auch die Thematik „Kinderyoga“ an sich schon viele Fragen aufwirft.
Bei den folgenden Fragen wurden die meisten Antworten weggelassen und die Frage weitergereicht. Vielleicht möchtest du sie für dich beantworten:
Einige Fragen rund um die Kinderyoga-Thematik hatten, sind zum Beispiel:
- Was heißt Namasté?
- Was ist Sanskrit?
- Woher kommt eigentlich Yoga?
- Was bedeutet Om?
Dann gibt es Fragen, die
Andere Fragen wiegen schwerer. Fragen, die philosophisch sind, das Leben im Fokus mit all seinen Höhen und Tiefen. Eine Kinderyogalehrerin ist besonders folgende Frage im Gedächtnis geblieben:
- „Wieso leben Menschen, wenn sie sowieso sterben?“
Ihre Antwort darauf war in etwas folgende: „Es macht eben Spaß zu leben, all die Dinge zu machen, Neues auszuprobieren und Zeit mit lieben Menschen zu verbringen und dann kann man auch etwas einfacher und zufrieden sterben.“ Was wäre deine gewesen?
Eine weitere Frage, die einer Kinderyogalehrerin im Gedächtnis geblieben ist und sie ein bisschen traurig gemacht hatte passierte während ihre Gruppe Klangsterne bastelte. Auf Papiersternen, die sich im Wasser entfalten stand folgender Satz: „Ich werde geliebt“. Ein Mädchen, das gerade erst erfahren hatte, dass sich ihre Eltern scheiden lassen wollten fragte:
- „Was heißt es, ich werde geliebt?“
So können Fragen einem erstmal die Sprache verschlagen und dann Räume öffnen, Gefühle aufwühlen, sich wieder sortieren und verbinden.
Und Fragen können sehr persönlich werden. Eine dieser Fragen stellte mir ein kleiner blonder Junge, der mich ein bisschen an Harry Potter erinnerte. Wir waren gerade aus einer plätschernden Unterwasser-Traumreise aufgetaucht. Unruhig rutschte er auf der Yogamatte hin und her. Ich rechnete mit jeglichem Traumreise-Kontext. Der Junge kniff seine Augen hinter kreisrunden Brillengläsern zusammen und dann platzte es aus ihm heraus:
- „Warum hast du so kurze Haare?“
Diese Frage lässt sich leicht beantworten. (Weil ich sie so mag.)
Eine Auswahl persönlicher Fragen:
- Wolltest du immer Yogalehrerin werden?
- Wie war für dich die Schule?
- Arbeitest du auch was Richtiges?
- Wieso bist du so alt?
Und es gibt Fragen, die das Unterrichtsgeschehen beeinflussen:
- Nur Yoga ist langweilig, können wir was spielen?
- Können wir nur sitzen und eine Gruselgeschichte erzählen?
- Hast du etwas zu Essen dabei?
- Kannst du eine richtig ekelige Traumreise erzählen?
- Warum trägst du Trägertop? Da riecht man doch, dass man unter den Achseln stinkt.
In jedem Fall sind Fragen Eintrittskarten in spannende Themenfelder und bringen unerwartete neue Sicht- und Diskussionsgrundlagen auf und jenseits der Yogamatte. Und: man lernt sich kennen!
Weitere Inspiration
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