Material im Test: Die Gefühlsmonsterkarten im Kindergarten
Unsere Redakteurin Roswitha Gubin durfte mit den 3-6 jährigen Kindern ihrer Kinderyogagruppe die Gefühlsmonsterkarten der Gefühlsmonster GmbH testen. Hier erzählt sie über ihre Erkenntnisse und wie die Kinder darauf reagierten.
Seit Jahren fällt mir immer wieder auf, dass manche Kinder ihre Gefühle nicht beim Namen nennen können. Sie wissen nicht, dass der Zorn „Zorn“ heißt und können diesen somit nicht benennen, geschweige denn, dass sie wissen, was die jeweilige Emotion mit ihnen macht. Deswegen beschloss ich, eine Yogastunde über „Gefühle“ zu halten. Mit weniger Asanas, mehr Reden und spielerischem Kennenlernen der Emotionen. Wie fühlen wir uns in manchen Situationen? Was macht es mit uns? Welche Gefühle gibt es?
Passend dazu durfte ich die Gefühlsmonsterkarten der Gefühlsmonster GmbH testen und euch darüber erzählen. Meine Kollegin Petra Dölker hat sie ebenfalls getestet und berichtet euch in ihrem Artikel, wie die Gefühlsmonster bei den Kindern im Schulalter so ankamen.
Optik – denn auch das Auge fasst Gefühle auf
Als ich das Päckchen mit den Karten im Briefkasten fand, war ich mehr als aufgeregt. Jedoch kam ich nicht dazu es zu öffnen, da meine Tochter (8 Jahre) schneller war. Sie sah sich die Karten voller Neugierde durch und benannte manche der Gefühlsmonsterkarten gleich oder erzählte mir Geschichten darüber.
Diese Karten sind kreativ und liebevoll gestaltet. Sie sehen sehr bunt und fröhlich aus, weswegen sie eine einladende Wirkung auf meine Kinder und mich hatten. Auf jeder Karte sieht man ein Gefühlsmonster in einer anderen Farbe und mit einem anderen Hintergrund dargestellt. Jedes drückt eine andere Emotion aus. Da es keine Auflösung gibt, welches Monster für welches Gefühl steht, gibt es weder ein richtig noch ein falsch und somit viel Platz für Interpretationen.
Mit dabei im Paket ist auch ein kleines Büchlein, welches Ideen für den Gebrauch beinhaltet. Jedoch gibt es sicher einige von euch, die sich mit diesen großartigen Karten kreative Spiele ausdenken können.
Inhalt – Wie reagieren Kindergartenkinder auf die Karten?
Wie schon erwähnt, ging es in meiner letzten Kinderyogastunde um das Thema „Gefühle“. In der Mitte lagen einige Gefühlsmonster auf und die Kinder waren gleich interessiert und sahen sich die Karten voller Begeisterung durch. Auch die restlichen der Monster, welche auf einem Stapel daneben lagen, wurden inspiziert.
Zuerst wussten die Kinder nicht ganz, was sie damit anfangen sollten und was wir mit den Karten heute machen würden. Jedoch wurde trotzdem jedes Monster ganz genau unter die Lupe genommen und man hörte nicht nur einmal „…Der sieht wie meine Mama aus, wenn ich schlimm bin…“ oder „… so sehe ich aus, wenn meine Schwester gemein zu mir ist…“
Im Grunde konnten die Kinder das Gefühl nicht benennen, jedoch den passenden Zusammenhang durch ihre Empathie finden.

Sind die Karten für Kindergartenkinder geeignet?
Meiner Meinung nach eindeutig: Ja.
Die Karten zeigen den Kindern einen Bezug zu ihren Emotionen. Wenn wir als Erwachsene das jeweilige Gefühl auch noch beim Namen nennen, lernen die kleinen Menschen spielerisch auch, wie sie diese benennen können. Wenn sie nicht sogar noch neue Gefühle kennen lernen.
Die Gefühlsmonsterkarten machen es einfacher, über unsere Emotionen zu sprechen. Denn oft fehlen uns einfach die passenden Worte. Mit den Karten kann man diese sehr gut ausdrücken, ohne etwas gesagt zu haben.
Kinder, vor allem im Kindergartenalter, können kaum alle Gefühle benennen. Durch die Karten lernen sie jedoch, wie das Gegenüber sich fühlen könnte. Beziehungsweise versetzen sie sich in die Lage des jeweiligen Monsters.
Spiele-Tipps mit den Gefühlsmonsterkarten
Der Gefühle-Stopp-Tanz:
Die Kinder bewegen sich zur Musik durch den Raum beziehungsweise auf ihrer Matte oder in ihrem Bereich. Wenn die Musik stoppt, zeigst du ihnen eine der Gefühlsmonsterkarten und die Kinder dürfen diese nachmachen oder benennen. Danach wird die Musik wieder aufgedreht und weiterbewegt. Beim nächsten Stopp wird eine andere Karte gezeigt und die Kinder dürfen sie nachmachen oder benennen.
Erzähl mir eine Geschichte – Variante 1:
Die Gefühlsmonsterkarten liegen verdeckt in der Mitte, so dass man die Monster nicht sieht. Du beginnst und ziehst eine Karte. Diese zeigst du dann den Kindern und überlegst dir eine Geschichte zu dem jeweiligen Monster. Was könnte passiert sein? Warum hat es gerade dieses Gefühl, welches es ausdrückt?
Zum Beispiel: Dieses Monster ist beleidigt. Seine Mama hat ihm verboten, sich mit anderen Monstern zu treffen, da es sein Zimmer nicht aufgeräumt hat.
Wenn du fertig bist, kommen die Kinder eines nach dem anderen dran. Die Kinder lernen hier nicht nur verschiedene Gefühle kennen, sondern auch sich in das jeweilige Monster hineinzuversetzen. Somit werden ihre Empathie und ihr Mitgefühl gefördert.
Erzähl mir eine Geschichte – Variante 2:
Es gibt auch noch eine zweite Variante. Diese hat sich bei den größeren Kindern (8-12 Jahren) bewährt:
Jedes Kind zieht eine Karte und versetzt sich in das Monster hinein. Dann erzählt das Kind uns, wann beziehungsweise in welcher Situation es diese Emotion fühlen würde.
Zum Beispiel:
– Das bin ich, wenn ich nicht Computer spielen darf.
– Das bin ich, wenn ich meinen Schwarm sehe.
– Das bin ich, wenn mein Bruder wieder ungefragt Sachen aus meinem Zimmer nimmt.
– Das bin ich, wenn ich eine gute Note auf die Schularbeit geschrieben habe.
Dieses Spiel ist sehr persönlich, jedoch auch lustig. Die Kinder konnten gar nicht genug davon bekommen und wir spielten es fast die ganze Einheit über.
Hier findest du eine Vorlage zum Gefühlsfragebogen für deinen Kinderyoga-Unterricht
Kann man die Karten auch außerhalb der Yogaeinheit benutzen?
Ich persönlich denke, dass diese Karten auf Seminaren, in Schulen oder auch im Alltag eingesetzt werden können. Auch mit Kleinkindern kann man bestimmt schon über Gefühle reden oder sie eine Karte, welche ihrem Gemüt gerade entspricht, aussuchen lassen. So können sie das Gefühl zwar nicht benennen, sich jedoch ausdrücken.
Auch in dem Begleitbuch der Gefühlsmonsterkarten stehen einige Ideen, wie beziehungsweise wo die Karten verwendet werden können. Für mich sind sie ein Bestandteil meines Kinderyoga-Sortiments geworden und ich werde sie bestimmt noch öfter in meine Einheiten mitnehmen. Auch wenn diese dann nicht von Gefühlen handelt.
Zum Schluss gibt es noch zu sagen…
Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Karten ausprobieren durfte und werde sie bestimmt noch öfter verwenden und auch weiterempfehlen. Gerade wenn man mit Kindern arbeitet oder lebt, finde ich es wichtig, dass man offen über Gefühle und was uns bewegt, redet. Wie sollen Kinder wissen, was unsere Emotionen sind und was sie mit uns machen, wenn sie es nicht von uns erklärt bekommen?
Die Karten dienen dazu, Gefühlen durch die Monster ein Gesicht und einen Körper zu geben. Sie lehren den Kindern, die Körpersprache zu lesen und bauen somit ihre Menschenkenntnis und Empathie weiter aus.
Und im Grunde braucht unsere Welt genau das: Menschen, die über Gefühle Bescheid wissen und keine Angst davor haben diese zu zeigen und zu leben.
Wie die Gefühlsmonsterkarten bei Grundschul-Kindern ankommen, liest du hier.
Das getestete Set Gefühlsmonsterkarten wurde Roswitha von der Gefühlsmonster GmbH für ihren Praxis-Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
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